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Energetische Konzepte: Für die neuen Nutzungen ergeben sich spezifische Probleme aus der nicht ausreichenden bauphysikalischen und infrastrukturellen Ausstattung der Gebäude. Diese Probleme sind für die große Mehrzahl der auf dem Gelände vorhandenen Gebäudetypen vergleichbar, die Strategien zur bauphysikalischen Optimierung der Gebäudehüllen und der infrastrukturellen Ausstattung sind grundsätzlich anwendbar.Die Vorschläge für die bauphysikalische Optimierung der Gebäudehüllen orientieren sich an heutigen innovativen Techniken zur passiven und aktiven Energieminimierung. Das Verhältnis der baulichen zur haustechnischen Grundausstattung ist dabei im Hinblick auf die späteren Betriebskosten von besonderer Bedeutung. Für die beiden Gebäude wurden zwei Strategien entwickelt und jeweils anhand einer dynamischen Gebäudesimulation optimiert: Die äußere Hülle der alten Waschkaue sollte als Zeugnis der baulichen Anfänge auf dem Grubengelände erhalten bleiben. Eine wesentliche Maßnahme zur Energieminimierung im Betrieb dieses Gebäudes ist ein Temperaturkorridor, der durch die Einbringung einer lichtstreuenden Decke unterhalb der bestehenden Dachbinderebene hergestellt wurde. Die Lichtdecke besteht aus einer mehrschichtigen Konstruktion aus Polycarbonat-Stegplatten, die die Lastreserven der bestehenden Dachkonstruktion ausschöpft.Dank der lichtstreuenden Eigenschaft des Materials wird die Nutzung der natürlichen Belichtung wesentlich verbessert. Die Außenwand und das Dach der Industriehalle aus den 60-er Jahren benötigen, wie die Mehrzahl der auf dem Gelände vorhandenen Gebäude, Maßnahmen zur bauphysikalischen Verbesserung. Die Ausfachungen zwischen den Binderkonstruktionen wurden, wo konstruktiv möglich, entfernt. Die gesamte Fassade wurde mit einer neuen, thermisch wirksamen, aber transparenten Hülle (Polycarbonat / Glas) versehen, die als Doppelfassade die bestehende Konstruktion einschließt. Die Dachfläche erhält eine äußere Wärmedämmung. Die weitgehend natürliche Belichtung und Belüftung der Räume ist dadurch sichergestellt. Zur sommerlichen Durchlüftung des Fassadenzwischenraums der Doppelfassade wurden im unteren Bereich innen und im Attikabereich außen verschließbare Lüftungsklappen eingebaut. Unterstützend wurde der neue Fußbodenaufbau zum Einbau von Rohren genutzt, die im Sommer kühle Luft von der Nordseite des Gebäudes in den südseitigen Fassadenzwischenraum führen.
Transformation: Für die Um- und Einbauten haben wir überwiegend Materialien und Konstruktionsweisen aus dem Industriebau verwendet. Dies gilt auch für das neu errichtete Gästehaus. Damit wird das erste Merkmal für die Kontinuität einer dritten Bebauungsschicht auf dem Gelände erzeugt. Ein Großteil der auf dem Gelände vorhandenen Gebäude sind in ihrer Außenhaut Hüllen gewaltiger Maschinen. Diese Hüllen und ihre Dünnschichtigkeit charakterisieren als Außenwandkonstruktionen die beiden Gebäudeteile, die dem Eingang und der Öffentlichkeit zugewandt sind. Neu interpretiert und in zeitgemäßen Materialien konstruiert, sind sie in der Lage, auch das Wohnen als neue Nutzung auf dem Gelände gestalterisch zu integrieren. Mehr als alles andere schaffen Orte Identitäten. Bilder, die wir mit Orten so verknüpfen, dass Erinnerungen daraus entstehen. Beim Bau der „Werkstatt der Industriekultur“ haben wir nach Methoden gesucht, die Dinge einfach und doch ungewöhnlich einprägsam zu sehen und darzustellen.

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